Philharmonischer Chor führt in Bad Hersfeld die 9. Sinfonie von Beethoven auf

von Christian Holl

 

Als das erste Mal im vierten Satz die Melodie “Freude schöner Götterfunken” erklang, begannen im Publikum die Augen zu leuchten. Nicht nur, weil diese Melodie wohl von allen wiedererkannt wurde. Sondern auch, weil sich im Schlusssatz von Beethovens 9. Sinfonie mit dem Gesang von Chor und Solistenquartett zu Ausschnitten aus Friedrich Schillers “Ode an die Freude” in einem überwältigenden hymnischem Überschwang die Spannungen lösen, die sich in den drei nicht minder beeindruckenden ersten Sätzen aufgebaut hatten. Lang applaudierten die Zuschauer in der Stiftsruine in Bad Hersfeld nach beiden Aufführungen von Philharmonischem Chor Heilbronn, dem Chor und dem Orchester der Bosch Musikgruppen am 27. und 28. Juni. Insgesamt etwa 1400 Zuschauer hatten die zwei Aufführungen im Rahmen der 49. Festspielkonzerte von Bad Hersfeld verfolgt. Unter Leitung von Ulrich Walddörfer, mit den Solisten Lydia Zborschil (Sopran), Carmen Mammoser (Alt), Róbert Morvai (Tenor) und Thomas Wittig (Bass), erwiesen sich die etwa 75 Heilbronner Choristen als würdige Vertreter der Stadt. Überhaupt ist Heilbronn 2009 in Bad Hersfeld gut vertreten: Der Zufall wollte es, dass neben den Heilbronner Sängern auch des Käthchen von Heilbronn auf dem Festspielprogramm zu finden ist.

 

Der Leiter der Festspielkonzerte, Siegfried Heinrich, zeigte sich sichtlich bewegt vom Enthusiasmus der Gäste aus Heilbronn und Stuttgart, immerhin gaben insgesamt etwa 230 Musiker Zeugnis von der Begeisterung für die Musik, die in den Aufführungen miterlebt werden konnte. Bereits am frühen Morgen waren die Musiker zusammen mit den anderen etwa 150 Musikern abgefahren, um pünktlich einzutreffen und sich auf die Aufführungen konzentrieren zu können – auch wenn freilich Zeit blieb, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu genießen, die sich während der Zeit der beiden deutschen Staaten als musikalischer Vermittler über die Grenzen hinweg als ein hochklassiger Festspielort etabliert hatte – so wie Schiller von der Freude geschrieben hatte: “Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt”. Heute liegt Bad Hersfeld nicht mehr im Zonenrandgebiet, und mit der Wiedervereinigung wurden auch viele Fördergelder gestrichen, so dass nur Dank privaten Engagements die Tradition der Festspiele fortgeführt werden kann. Zum Glück, denn die ungewöhnliche Kulisse der salischen Kirchenruine bietet eine einzigartige und unvergessliche Atmosphäre.

Doch haben die Ensembles nicht nur für das Gastspiel in Bad Hersfeld geprobt: Im Rahmen des Chorfestes „Stadt-Chor-Fluß“ führte der Philharmonische Chor Heilbronn die Neunte Sinfonie auch am 12. Juli in Heilbronn auf, wiederum gemeinsam mit dem Chor und dem Sinfonie-Orchester der Robert Bosch GmbH.



 

 

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